Dauer des Scheidungsverfahrens - Verfahrensdauer Scheidung
Verzögerungen ergeben sich meistens aus folgenden Gründen:
1. Das Familiengericht ist überlastet
2. Der/ie zuständige Richter/in steht kurz vor der Pensionierung
3. Der Versorgungsausgleich wird durchgeführt und Rentenzeiten sind ungeklärt
4. Ein Ehegatte will sich nicht scheiden lassen
5. Ein Ehegatte versucht wirtschaftlich etwas herauszuholen (Unterhalt nachehelich oder Trennungsunterhalt Zugewinn)
6. Die Gerichtskosten werden nicht sofort bezahlt
Mit dem sog. Verbundverfahren können in die eigentlich formal einfach strukturierte Scheidung, andere Familienverfahren einbezogen werden. Um Druck auf den Ehepartner auszuüben wird also aus taktischen Gründen im Scheidungstermin ein weiterer Antrag auf Unterhalt oder Zugewinn überreicht. Das Gericht muß dann die Scheidung unterbrechen und diese Verfahren vorziehen. Erst nach deren Erledigung wird geschieden.
Wird so vorgegangen, zieht sich ein Scheidungsverfahren gelegentlich über Jahre.
Was kann man dagegen machen?
Prozessual absolut nichts, außer man gibt nach und erfüllt dem Partner die Forderungen.
Wolfgang Bramer Anwalt Rechtsanwalt Fachanwalt für Familienrecht Scheidungsrecht Bonn.
p.s. Das Familiengericht könnte den Antrag zurückweisen, wenn er nicht spätestens vier Wochen vor dem Scheidungstermin eingereicht worden ist. Leider halten sich die meisten Familienrichter nicht daran. Und wenn doch, dann kann man das auf der Gegenseite recht einfach taktisch umgehen - man geht einfach nicht zum Scheidungstermin - der wird dann aufgehoben und später neu angesetzt - das nennt man "Flucht in die Säumnis"!

